Heislphilosophie
Jedes Lokal hat sie, jedes öffentliche Gebäude, jeder zuhause hat es und braucht es. Die Toilette, das Klo, oder wienerisch: Das Heisl.
Vor kurzem hab ich mir erst ein paar Gedanken über den öffentlichen Klogang gemacht. Ja ich weiß. Das ist vielleicht nicht das normaste über das man nachdenkt, aber wer hätte das auch erwartet
Anfangen will ich mal mit einem Phänomen, das jeder kennt. Man geht in einer Bar auf die Toilette. Vor dem Damenklo eine kilometerlange Schlange, vor dem Herrenklo gähnende Leere. Wenn man davon ausgeht, dass an dem Abend gleich viel Frauen und Männer anwesend sind und alle ca. den gleichen Klorythmus haben gibt es ein paar Thesen die das vielleicht erklären.
- Männer gehen alleine aufs Klo, Frauen in Gruppen. Daher hat das Herrenklo einen konstanten Zustrom von Einzelpersonen, während das Damenklo schon von zwei Gruppen überfüllt sein kann.
- Pissoirs brauchen weniger Platz, daher haben die Männer mehr Toiletten zur Verfügung als Frauen.
- Männer sind Schweine. Viele (ja das ist eine persönliche Beobachtung über mehrere Jahre) waschen sich danach nicht die Pfoten. Daher verstellen sie auch keinen Platz und sind schneller wieder draußen. Ist zwar effektiv, aber eklig.
- Frauen kontrollieren am Klo gerne Make-up oder schreiben wichtige SMS oder schimpfen über die Kerle mit denen sie da sind. Das braucht Platz und Zeit, was beides am Klo oft knapp werden kann
Egal woran genau es jetzt liegt, so bewundere ich doch die Selbstbeherrschung und Voraussicht so mancher Frau, die 15 Minuten in einer Schlange steht bevor sie endlich die rettende Keramik erreicht.
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Der nächste Fall ist etwas worauf mich eine Bekannte mal durch eine geschickte Frage hingewiesen hat. Man stelle sich vor ein Restaurant. Nicht viel los am Klo. Zuerst Damenklo: Frauen betreten das Klo, rein in die Kabine, irgendwann wieder raus. Nichts besonderes. Herrenklo: Mann geht rein, stellt sich zum Pissoir. Es sind noch viel andere Pissoirs frei. Anderer Mann betritt die Toilette und betritt allerdings eine Kabine. Nun gibt es zwei mögliche Gründe, die sich dem Mann am Pissoir eröffnen warum der andere dies getan hat:
Entweder er plant “Größeres” oder er ist einer der Männer, die sich nicht ans Pissoir trauen aus Angst, dass ihnen jemand etwas wegschauen könnte. In beiden Fällen eine nicht gerade ansehensteigernde Vorstellung. Man merke sich also als Mann: Wer eine Kabine betritt muss damit rechnen, dass ihn andere eventuell komisch ansehen.
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Was man in alten Lokalen und vor allem in Kaffeehäusern oft findet sind getrennte Toiletten mit einem gemeinsamen Waschraum. Meiner Meinung nach vor allem für Singles eine tolle Sache, da man beim Händewaschen ins Gespräch kommen kann. Sozusagen das Waschbecken als Ort der Begegnung. Schlecht allerdings für all jene, die sich noch die Haare richten oder das Makeup auffrischen wollen, da sie dabei vom anderen Geschlecht erwischt werden könnten.
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Zum Abschluss noch ein kleiner Tipp. Es zahlt sich oft aus in einer ruhigen Minute Klosprüche zu lesen. Gibt mehr her als so manche Bibliothek ![]()
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Tags: Philosophie, Toiletten













